Alles über vegane Ernährung

Veganismus – die wichtigsten Fragen im Überblick

Der Begriff Veganismus geht ursprünglich auf Donald Watson, den Gründer der Vegan Society, zurück. Für Watson leitete sich der Vegetarismus nicht von dem aus dem lateinischen stammenden Wort „vegetus“ (lebhaft, frisch) ab, sondern von dem englischen „vegetable“ (pflanzlich, Gemüse). Ausschlagend für diese Ableitung war sein Unverständnis gegenüber Vegetariern, die zwar auf Fleisch und Fisch verzichten, aber dennoch Milchprodukte und Eier verzehren. Um eine klare Abgrenzung zwischen Ovo-Lacto-Vegetariern und Veganern zu erhalten, verwendete Watson anfangs den Begriff „Total Vegetarian“ – was übersetzt strenger oder auch konsequenter Vegetarier bedeutet. Daraus entstand schlussendlich die Abkürzung vegan.

Was versteht man unter Veganismus?

Als Veganismus wird eine Lebens- und auch Ernährungsweise bezeichnet, bei der komplett auf tierische Produkte verzichtet wird. Dies bezieht sich allerdings nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf Honig, Milchprodukte und Eier sowie alle Lebensmittel, in denen tierische Produkte verarbeitet wurden. Auch in der Wahl der Kleidung spielt der Veganismus eine entscheidende Rolle. Denn hierbei werden keine Kleidungsstücke aus Leder, Pelz und Wolle getragen. Zudem verzichten Veganer auf Kosmetikprodukte, Reinigungsmittel und Medikamente, die tierische Anteile enthalten oder bei denen Tierversuche zum Einsatz kamen.

Der Veganismus beinhaltet allerdings nicht nur die oben genannten Aspekte, sondern auch die Haltung von Heimtieren. So entsprechen die Züchtung von Tieren und auch die Haltung von Wildtieren in Zoos oder Zirkussen nicht der veganen Lebensweise. Aus diesem Grund halten viele Veganer lediglich Haustiere, die aus Tierheimen stammen oder von Tierschutzorganisationen befreit wurden. Betrachtet man die Zahl an Haustieren, die im Tierschutz auf neue Besitzer warten, so ist diese Ablehnung durchaus angebracht.

Warum entscheiden sich viele Menschen für eine vegane Lebensweise?

Die Motive für ein veganes Leben sind vielfältig. Viele Menschen entscheiden sich allerdings aus ethischen Gründen für einen Verzicht von tierischen Produkten. Doch auch Allergien, eine Laktoseintoleranz oder ein hohes Gesundheitsbewusstsein können ausschlaggebend für diese Entscheidung sein.

Wer schon einmal die Auswirkungen der Massentierhaltung oder die Tierschlachtung am Fließband gesehen hat, dem vergeht sehr schnell der Appetit auf das geliebte Schnitzel. Aber auch die Massentierhaltung von Nutztieren zur Milch- und Eierproduktion ist eng mit der Fleischgewinnung verflochten. Denn damit eine Kuh ganzjährig Milch produziert, muss sie in regelmäßigen Abständen ein Kalb gebären. Während weibliche Kälber teilweise ebenfalls zur Milchproduktion eingesetzt werden, werden die meisten männlichen Kälber geschlachtet. Auch bei der Eierproduktion werden männliche Küken sofort nachdem sie das Ei verlassen haben getötet.

Allerdings spielt auch der Umweltschutz bei der Entscheidung für ein veganes Leben eine entscheidende Rolle. Denn durch die Massenproduktion von Fleisch wird der Treibgas-Ausstoß erhöht und die Umwelt zusätzlich belastet. Verantwortlich hierfür ist vor allem die Massentierhaltung in der Fleisch- und Milchindustrie. Betrachtet man einmal, welchen Weg das Stück Fleisch von der Weide bis zum Teller zurücklegt, dann ist klar, dass dieser Prozess nicht unbedingt förderlich für die Umwelt ist. Doch nicht nur das Methan, das jede Kuh während der Verdauung absondert, erhöht den Treibhausgehalt in der Atmosphäre, auch der Stallmist, der entsorgt werden muss, die Produktion von Tierfutter und der Transport zum Schlachthaus und anschließend zum Supermarkt tragen zu einem Anstieg bei. Nicht verwunderlich also dass ein Mensch, der regelmäßig Fleisch konsumiert, jährlich einen doppelt so hohen Ausstoß an Kohlendioxid verursacht, als ein vegan lebender.

Ist eine gesunde Ernährung ohne Fleisch und tierische Produkte überhaupt möglich?

Entgegen der weitläufigen Meinung kann man sich auch ohne Fleisch und tierische Produkte gesund ernähren. Hierbei sollte man allerdings sehr genau auf die Auswahl der Lebensmittel achten, um einen Nährstoffmangel dauerhaft zu verhindern. Denn eine einseitige vegane Ernährung kann schnell zu einem Mangel an Vitamin B2, B12 und auch D führen. Auch auf die Versorgung mit den Nährstoffen Calcium, Eisen, Jod und Zink sollte man bei dieser Ernährungsform achten. Besonders gefährdet sind hierbei schwangere Frauen, stillende Mütter, Kinder und Senioren. Unter Umständen empfiehlt sich die zusätzliche Einnahme von einem Nahrungsergänzungsmittel, um den Nährstoffmangel auszugleichen. Achtet man allerdings auf eine ausgewogene Ernährung und plant gezielt Lebensmittel in den Speiseplan ein, die alle lebensnotwendigen Nährstoffe enthalten, so steht einer veganen und gesunden Ernährung nichts mehr im Wege.

Welche veganen Alternativen stehen zur Verfügung?

Eine komplett fleischlose und vegane Ernährung bedeutet nicht zwangsläufig, dass man nur noch Obst und Gemüse verzehren kann. Denn auch im örtlichen Supermarkt gibt es eine große Auswahl an veganen Lebensmitteln, die den Speiseplan abwechslungsreich gestalten können. Auch auf Joghurt oder das morgendliche Müsli muss man nicht verzichten. Inzwischen gibt es in nahezu jedem Supermarkt vollwertige Alternativen zur Kuhmilch. Dazu gehören zum Beispiel Soja-, Reis-, Mandel- und Hafermilch. Dadurch, dass viele dieser Ersatzprodukte mit Nährstoffen wie etwa Calcium angereichert werden, kann man dadurch Mangelerscheinungen effektiv vorbeugen. Durch die reichhaltige Auswahl an Alternativen muss man seinen Speiseplan kaum umstellen und kann die bisherigen Essgewohnheiten beibehalten. So kann man zum Beispiel auch vegane Sojawurst, veganen Käse, Tofu-Schnitzel oder Tofu-Bolognese fertig kaufen und muss auch auf seine Lieblingsgerichte nicht verzichten. Mittlerweile findet man auch im Internet zahlreiche Online-Shops, die sich auf die vegane Ernährung spezialisiert haben und die eine umfangreiche Auswahl an gesunden Alternativen anbieten.

Die Ernährung ohne Kohlenhydrate

Für eine ausgewogene Ernährung, welche fast oder wirklich gar keine Kohlenhydrate enthält gibt es eine riesen Auswahl an Rezepten, Lebensmittel Tabellen und Diäten. Man muss sich nur die richtigen Informationen raussuchen und kann ohne Kohlenhydrate direkt gesünder leben und gleichzeitig noch gezielt abnehmen.

Bietet die vegane Ernährung gesundheitliche Vorteile?

Auch wenn viele Kritiker die Meinung vertreten, dass eine gesunde Ernährung Fleisch und tierische Produkte enthalten muss, belegen verschiedene Studien, dass sich die vegane Lebensweise positiv auf die Gesundheit und den menschlichen Körper auswirkt. Denn Menschen, die sich komplett vegan ernähren, leiden seltener an Übergewicht. Dementsprechend kommen auch Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte beim Veganismus weniger häufig vor. Auch weitverbreitete Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes treten bei Veganern, die sich rein pflanzlich und gesund ernähren, nicht so oft auf.

Neben einer gesunden und abwechslungsreichen Auswahl an Nahrungsmitteln führen Veganer in der Regel ein weitaus gesünderes Leben und verzichten in diesem Zusammenhang häufig auch auf den übermäßigen Konsum von Alkohol, Drogen und Nikotin. Zudem bewegen sie sich mehr und achten bewusst auf die Bedürfnisse des Körpers. Denn viele Krankheiten werden nicht nur durch die Ernährung, sondern auch die gesamte Lebensweise verursacht und können bei einer frühzeitigen Erkennung gezielt behandelt werden.

Wenn Du Deine Ernährung umstellen und Fleisch und tierische Produkte von Deinem Speiseplan streichen möchtest, dann findest Du hier hilfreiche Buchtipps zum Thema Veganismus und nützliche Informationen zur veganen Ernährung.